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07.12.2012 (23): Ich entdecke Guatemala...

Heute wird überall in Guatemala der Teufel verbrannt, Quema del diablo. Man kann Puppen kaufen, die wie Teufel aussehen und eine 7 tragen. Diese werden dann an die Straßen gestellt und scheinbar nachts verbrannt, so genau weiß ich das nicht. Da ich kein Teufel bin, zumindest nicht in meinen Augen :-), muss ich um mich keine Sorge haben.
Nach dem leckeren Frühstück in meinem Hotel ging es nun nach San Lucas, Chimaltenango, Tecpan, Solola. In Solola fand eine Parade statt. Hier haben sich Menschen verkleidet und auf den Straßen getanzt. Miss Piggy war dabei, Albert Einstein, brasilianische Tänzerinnen und und und. Es war sehr witzig zu sehen. Schade, dass wir durch alle Städte nur so "durchgerast" sind, aber ein paar tolle Fotos habe ich dennoch knipsen können.
Weiter ging es nach Panajachel, wo wir uns dann ein Hotel suchten zum Übernachten. Das Hotel war nicht besonders, aber immerhin gab es warmes Wasser (später stellte sich heraus, dass das nicht stimmte!) und die Betten waren ordentlich. Eine Spinne im Zimmer wurde entfernt und dann ging es zum Essen in ein Restaurant. Nach der Pizza sind wir dann noch in eine Bar gegangen, Rock Bar.
Dann ging es ins Bett... gute Nacht!


12.12.12 01:55, kommentieren

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06.12.2012 (22): Carmen, die Nachbarin

Leider fühlte sich Oma immernoch nicht gesund, wollte aber, dass ich dennoch mit Carmen die Tour mache.
Abgesprochen war, dass ich alles bezahle, also ihr Essen, Eintritt, den Sprit etc. Das war ok für mich, denn immerhin bekam ich so auch mal etwas von Guatemala zu sehen.
Zu Beginn fuhren wir auf den Zentralmarkt. Dort gab es unendlich viele Früchte, Gemüse, Souvenirs, aber auch Kleidung oder Möbel. Irgendwie alles. Ich hatte ein in Fett triefendes irgendwas probiert, sah ganz lecker aus, schmeckte aber total ekelhaft. Ich erklärte Carmen, um sie nicht zu beleidigen, dass es mir lediglich zu süß war und gab es einem Obdachlosen, der sich darüber freute und es gleich wegschlabberte.
Danach sind wir auf den Zentralfriedhof gefahren. In meinem Reiseführer steht, der ist etwas gefährlich, aber da er bewacht war und man den Friedhof mit dem Auto befahren ist, habe ich keine Angst gehabt.
Die Friedhöfe sind hier ganz anders als in Deutschland, jede Familie hat so ein Häuschen, indem dann alle drin liegen. Und sie sind bunt. Irgendwie finde ich die Friedhöfe hier schön.
Danach sind wir zu dem Friedhof gefahren, auf dem mein Opa liegt. Wollte doch wenigstens mal "Hallo" sagen, wenn ich schonmal da bin. Leider 8 Jahre zu spät, denn mein Opa starb an einem plötzlichen Herzinfarkt. Dieser Friedhof war anders, keine Häuser, keine Gräber. Lediglich ein Stein auf einem riesigen Feld Rasen. Anschließend ging es zum Amatitlán-See. Der Süßwassersee füllt eine vulkanische Caldera und ist etwa 15 km² groß. In den Amatitlán-See wurden bis 2005 ungeklärte Abwässer der Hauptstadt eingelassen. Durch ein Sanierungsprojekt konnte die Wasserqualität mittlerweile wesentlich verbessert werden, trotzdem war das Wasser sehr dreckig. Aber eine Bootstour haben wir dennoch gemacht.
Nach dem Essen im Restaurant Santa Teresita sind wir zurückgefahren, denn ich hatte gesagt, dass ich im Hotel schlafen möchte, obgleich sie mich immer wieder überreden wollte, bei Oma zu schlafen. Da ich das Hotel aber bezahlt hatte und auch keine Lust mehr auf den Stress mit Oma hatte, blieb ich hartnäckig.
Als ich mich dann von Oma verabschieden wollte, sagte sie mir, dass ich nichts erzählen dürfte, was in ihren Wänden gewesen ist. Tja, zu spät, steht bereits alles in meinem Blog. Ich sagte ihr, dass ich mich daran nicht halten werde und ich mich einfach nur in Frieden von ihr verabschieden möchte, weil ich denke, dass es besser für unser Verhältnis ist und weil ich ihr keine Last sein möchte. Dann teilte sie mir mit, dass ihr Herz total verletzt ist und sie Schmerzen hat, weil ich gehe. Sie ist verletzt, weil ich lieber in einem Hotel wohnen möchte, als bei ihr. Ich versuchte ihr den Grund zu erklären, aber sie verstand es nicht. Stattdessen teilte sie mir wieder mit, wie schlecht meine Familie in Deutschland ist, wie kaltherzig die Deutschen sind und dann fing sie wieder mit dem Vater-Thema an... als ich ihr dann mitteilte, dass ich keinen Vater, sondern lediglich einen Erzeuger habe und darüber auch nicht mehr diskutieren möchte, sagte sie mir, dass, wenn ich meinen Vater verstoße, ich damit auch die Familie verstoße, denn schließlich ist es ja ihr Sohn. Dass ich aber zwischen einzelnen Personen unterscheide, konnte ich ihr nicht erklären. Sie machte mich so wütend, dass ich aufstand und ging und ihr zuvor noch sagte, dass ich mir nichts in den Mund legen lasse und sauer bin. Nachdem ich aufgestanden bin, rief sie sofort Diana an und erzählte ihr alles (auch, dass ich angeblich gesagt habe, dass ich die Familie hasse!!!) und bat sie, einen Arzt zu rufen, da sie Herzschmerz habe. Ich habe ihr dann auch deutsch zugerufen, dass sie das Theater lassen soll und bin zu Carmen geflüchtet.
Ich war keine 5 Minuten bei Carmen, klingelte sie an der Tür und meinte, Carmen und ihrer Tochter mitteilen zu müssen, was vorgefallen war. Ich hatte damit kein Problem (wenngleich ich auch dachte "was geht die das an?") und bat sie jedoch, wenigstens diesmal bei der Wahrheit zu bleiben. Sie fing an, ihrer Nachbarin zu erzählen, dass ich ein Teufel bin und dass man in meinem Augen das Böse sieht. Und dann wieder die Vater-Geschichte, die mir mittlerweile zu den Ohren raushängt. Anfangs habe ich noch gelacht und versucht, das ins Lächerliche zu ziehen, später hat es mich aber doch sehr getroffen, zumal sie auch über meine "schlechte und kaltherzige Familie" in Deutschland gesprochen hatte (die sie ja gar nicht kennt!) - ich fing an, bitterlich zu weinen. Nun kam Carmen ins Spiel, sie bat mich, mich bei Oma zu entschuldigen und umgekehrt. Ich entschuldigte mich (für was auch immer), Oma sagte jedoch nichts. Dann mussten wir uns anfassen und beten. Das Gebet von Carmen ging gefühlte 10 Minuten und ich heulte und schluchzte, weil ich mich fragte, womit ich das alles verdient habe. Ich habe meine Familie gesucht, kennenlernen wollen, habe diese Reise auf mich genommen, ein Jahr dafür gespart, meinen ganzen Urlaub dafür genommen und dann so etwas???
Nachdem wir uns dann verabschiedet hatten, sind Carmen und ich in mein Hotel gefahren und haben dort eingecheckt. Als ich im Bett lag, habe ich jedoch noch einen Brief an Amparo geschrieben...

"Abuelita, ich liebe Dich sehr, aber ich muss in Deinem Haus jeden Tag weinen und mein Herz ist sehr verletzt. Alles, was ich mache ist falsch und wenn ich Spass habe, vermiest du ihn mir oder machst dich lustig über mich,sogar in meiner Anwesenheit (und denkst dann,ich verstehe es nicht,aber ich verstehe sehr gut). Ich fühle mich missverstanden und als erwachsene Frau nicht respektiert. Ich hoffe, du verzeihst mir, dass ich mir ein Hotel gesucht habe und von dort aus nun meine Zeit in Guatemala verbringen möchte.
Mach dir keine Sorgen um mich, mir wird es gut gehen, denn ich fühle mich in Guatemala sehr wohl. Ich habe mir das alles anders vorgestellt, herzlicher. Wahrscheinlich habe ich zu viel erwartet, immerhin sind wir halt doch zwei verschiedene Menschen, die sich gerade erst kennengelernt haben, von zwei verschiedenen Kontinenten kommen, andere Gewohnheiten und Einstellungen haben. In Berlin lebe ich sehr frei und unabhängig, ich kann mit meinen Rad fahren, Freunde treffen, einkaufen gehen oder einfach nur spazieren gehen. Das kann ich hier nicht und es fehlt mir auch. Ich bin ein sehr sensibler Mensch. Um unser Verhältnis nicht zu zerstören und weiterem möglichen Streit aus dem Weg zu gehen, werde ich diesen Weg gehen.
Ich danke dir für die Zeit und alles, was du für mich getan hast. Wenn du nach Berlin kommen möchtest, steht meine Tür dir jederzeit offen."

1 Kommentar 12.12.12 00:55, kommentieren

05.12.2012 (21): Adios!

...welch Wunder, die Oma ist immernoch krank. Hat die Tür geschlossen und telefoniert den ganzen Tag mit ihrem Handy und klagt allen ihr Leid. Ob sie sich danach besser fühlt?
Ich habe alleine gefrühstückt, Mittagessen gab es dann zusammen.
Da dieser Tag wieder nur aus im-Internet-surfen bestand, habe ich mir vorgenommen, ihr heute von meiner Hotel-Buchung zu erzählen. In der Hoffnung, es ist eine Entlastung für uns beide und ich sehe vielleicht doch noch etwas mehr von Guatemala, als das Haus meiner Oma von innen...
Natürlich hat sie gar nicht verstanden, warum ich gehen will und mich unwohl fühle. Ich wollte aber nicht darüber diskutieren und auch nicht auf Besserung warten oder hoffen. Und ich will wirklich niemandem eine Last sein!

1 Kommentar 10.12.12 07:37, kommentieren

04.12.2012 (20): Oma ist krank und ich hab die Faxen dicke

Wir haben heute nichts großartig gemacht, ausgeschlafen und haben uns am Nachmittag mit Diana getroffen. Nach dem Treffen fragte ich sie, ob sie mit mir auf den Friedhof gehen wollte. Entweder auf den Generalfriedhof oder auf den, auf dem mein Opa begraben liegt. Der Generalfriedhof sei zu gefährlich (das steht auch so in meinem Touristenführer) und außerdem ist sie müde und will nach hause fahren. Ok. Ein Versuch war es wert...
Diana überholte uns und schrie rüber, ob wir uns noch zum Shoppen in einer Mall treffen. Da Amparo zwei Sekunden vorher gesagt hatte, sie sei müde und wolle nach hause, war ich umso erstaunter, dass sie mit "ja, klar!" antwortete. Also ging es mal wieder in eine Mall. Super, hab ja auch sonst nichts gesehen...
Sie wollte ein Auto überholen, hatte aber nicht bemerkt, dass der Fahrer Gas gegeben hatte und ich sagte, sie solle doch kurz warten. Da ist sie völlig ausgerastet, hat mich angeschrien, von wegen sie fährt schon seit Jahren und hat noch nie einen Unfall gebaut etc.
Ich habe sie nur angelächelt und gesagt, dass einmal immer das erste Mal ist und es schließlich auch mein Leben ist (und die Situation war echt brenzlig!) Naja, kurzum, sie hat mir verboten, noch etwas zu sagen und ich habe ihr trotzig gesagt, dass ich einfach gar nichts mehr sagen werde, egal was ist und sie mich fragt.
Ich war also beleidigt und als ich mitbekam, dass sie Diana die Situation schilderte, fand ich es ungerecht. Ich wollte ihr ja nichts Böses!!!
Später sagte sie, sie findet es blöd, dass wir uns streiten und sie will das nicht. Dafür tut sie aber ganz schön wenig, um das zu vermeiden... egal, ich war so sauer, dass ich beschloss, mir ein Hotel zu suchen, denn diese Situation täglich ist für mich weder Urlaub, noch Freude, noch hat sie was mit Familie zu tun, auf die ich mich Jahre lang gefreut habe...
Ich habe keine Lust, mich jeden Tag zu streiten oder zu langweilen (oder beides), dafür habe ich nicht ein Jahr lang gearbeitet und mein Geld gespart.
Als wir dann zuhause waren, war sie plötzlich krank und hat zig Freundinnen angerufen und denen ihr Leid geklagt. Mit mir hat sie allerdings nicht geredet.
Ich sollte ihr auch nicht zu nahe kommen, denn sie war ja krank und wollte mich nicht anstecken. Dann hatte es an der Tür geklingelt und die Nachbarinnen kamen, wurden freudig begrüßt, umarmt, es wurde Milch für eine heiße Schokolade gemacht und von Krankheit war irgendwie nichts mehr zu spüren.
Habe mich sehr gewundert, wie schnell man hier in Guatemala genesen kann!
Kaum waren sie weg, ging es ihr jedoch wieder schlecht. Ich habe mit Alejandro geredet und auch mit einer Freundin von ihm, Monica, ob sie mir helfen, ein Hotel zu finden. Nachdem ich ein Hotel gefunden hatte, habe ich gebucht.
Barcelo in Guatemala City, Zona 10 (Zona Viva). Erleichtert konnte ich nun schlafen...

10.12.12 07:18, kommentieren

03.12.2012 (19): Langeweile und Pizza

Um 7:00 Uhr bin ich aufgewacht, habe mich dann geduscht und dann gefrühstückt. Es gab eine Suppe und ich fragte, was denn darin sei. Die Antwort von Amparo: "ist gut für den Magen", Lucy erklärte mir dann, dass die Suppe aus Milch, Wasser, Salz und Kräutern besteht und meinte, das sie mir evtl. nicht schmeckt, aber ich sie dennoch probieren sollte. Klar, hab zugesagt und gelacht (und sie schmeckte nichtmal so übel,zumindest nicht so,wie ich dachte!)
Antwort von meiner Oma Amparo: "ist doch egal, ob sie ihr nicht schmeckt. Das interessiert mich nicht."
Ich schaute sie nur verdutzt an und lächelte (glaube, sie dachte, ich hätte nicht verstanden, was sie gesagt hat)...
Nach dem Frühstück wurde über alte Zeiten getratscht, ich sass also wie ein Idiot daneben und habe dumm in der Gegend rumgeschaut...
Da das nach 2 Stunden langweilig für mich war, ich es aber nicht zeigen wollte, bin ich dann in den Garten gegangen, habe mich gesonnt und meinen Reiseführer durchforstet bzw. mir Dinge angesehen, die ich unbedingt noch sehen will, da ich nicht glaube, erneut nach Guatemala reisen zu wollen.
Bis 14:00 Uhr hatte ich also nichts zu tun. Super, so hab ich mir den Urlaub irgendwie nicht vorgestellt...
Ich hab ja nichtmal kurze Sachen mit. Da ich aber auch nicht drinnen sitzen will, sitze ich nun in langer Jeanshose bei 30 Grad im Garten und schwitze vor mich hin. Im Endeffekt gibt es natürlich schlimmeres :-)
Nach dem Essen, das Essen war lecker, obwohl ich das Fleisch rausgepiekt habe, war Amparo dann müde, so dass sie sich für eine Viertelstunde hingelegt hat. Ich ging also wieder in den Garten und las weiter in meinem Reiseführer.
Um 18:00 Uhr gingen wir dann in eine Mall, denn Amparo wollte noch ein Geschenk für Virginia kaufen. Es wurde ein Lederarmband. Eher Geste, als was Bleibendes, schade. Im Anschluss haben wir uns mit Diana, Virginia, Sebastian und Bibi und ihrem Sohn Diego in Cayalá getroffen und waren Pizza essen.

5.12.12 21:22, kommentieren

02.12.2012 (18): Der Tag danach

Bruni ist die Frau des Bruders von Lucy, die wiederum die Cousine meiner Oma ist. Da alle in dem Alter um die 70 sind, war ausschlafen natürlich nicht angebracht, um 07:00 Uhr bin ich aufgestanden (habe auch nur schlecht geschlafen, da Amparo schnarcht wie ein Säbeltier) und habe mich geduscht und fertig gemacht. Nach einem "wie lustig das gestern war und habt ihr mitbekommen, dass ... das und das gemacht hat?" fuhren wir um 12:00 Uhr in ein Diner, um dort zu frühstücken. Danach haben wir noch eine Stadtrundfahrt durch das Viertel gemacht, jedoch nur um die Blumen der Nachbarn zu bestaunen oder die neu gebauten Häuser. Da ich sehr müde war, hatte ich keine Lust ich auf die Sprache zu konzentrieren und habe nur gelächelt und aus dem Fenster geguckt ;-)
Um 14:00 Uhr hat die Familie von Fernando zum Essen eingeladen. Pünktlich um 14:45 Uhr waren wir dann dort. Keineswegs zu spät.
Die Familie von Fernando ist echt nett, sehr freundlich und warmherzig (und auch wenn ich nicht das gleiche Blut habe, wie ihr Sohn, hat die Mutter mich in den Arm genommen und gesagt, ich bin jederzeit willkommen in dem Haus und dass wir nun auch eine Familie sind). Ich fand das total nett und auch die Schwester von Fer hat sowas in der Richtung gesagt.
Dann kam ein Freund von Fernando und meinte "Ach, du bist die Deutsche, die perfekt spanisch spricht, richtig?" Da Ginie und ich die einzigen aus Deutschland waren und Ginie nur ein paar Wörter spanisch spricht, habe ich gelacht und gesagt, dass das sehr nett von ihm ist, aber er sicher nicht mich meint. Nach einer kurzen Unterhaltung stand fest, er meinte wirklich mich. Naja, vielleicht ist die Sprachhemmung nach ein paar alkoholischen Getränken doch nicht mehr so ganz da gewesen, mag sein :-)
Spontan beschloss Amparo, dann erneut bei Bruni zu übernachten, da es schon dunkel war und sie den Weg nicht im dunkeln fahren wollte. Das ich nur Sachen für eine Übernachtung eingepackt hatte, störte nicht "dann trägst du die Unterwäsche halt zweimal". Achso, ja gut. Warum auch nicht?!
Kaum kamen wir zur Tür rein, stand Ana-Lucia an der Tür, das ist die Tochter von Bruni und dem Mann von Lucy, sie fragte, ob Lucy und ich Lust hätten, mit in die Kirche zu gehen. Klar! Also gingen wir in eine katholische Kirche und beteten dort. Vater unser auf spanisch, auch nicht schlecht.
Die Kirche war wunderschön. Nach der Kirche ging ich mit zu Ana-Lucia und sie zeigte mir ihr Haus, vollgestopft mit Engeln und heiligen Figuren, Kitsch und bunten Bildern. Sie ist sehr gläubig und geht jeden Tag in die Kirche. Von ihr und ihrer Tochter habe ich dann ein Armband aus Perlen bekommen, worüber ich mich total gefreut habe.
Zuhause fragte mich Bruni dann, wie ich geschlafen habe. Als ich sagte, dass ich sehr müde sei, weil Amparo geschnarcht hat und ich immer wieder aufgewacht bin, meinte Amparo nur "Ist nicht mein Problem, warum geht sie nicht in ein anderes Zimmer?" Äh, sorry, weil ich in einem fremden Haus bin.
Dann hat sie sich lustig gemacht über mich und meinte, dass ich es eh nicht verstehe. Als ich ihr dann widersprach und sagte, dass ich das sehr wohl verstehe, hat sie gesagt, ich soll ruhig sein, weil sie nicht mit mir geredet hat. Krasse Situation, aber ich blieb ruhig und schüttelte nur lächelnd den Kopf.
Ich will hier unbedingt weg und fühle mich so unwohl. Jeder fragt mich, wie es mir geht und keiner erfährt die Wahrheit... :-(
Zum Schlafen habe ich nur gute Nacht gesagt, alle verabschiedet, alle geküsst, nur Amparo nicht. Ich finde das unehrlich und will das nicht. Ich merke, dass ich eine Last für sie bin und alles falsch mache, nur weil ich nicht positiv über ihren Sohn (meinen Erzeuger) denke und ihr das auch so gesagt habe, weil ich meine Tante und meinen Patenonkel, die seit meiner Geburt immer für mich da waren, meine Mutter unterstützt haben und mir somit viel ermöglicht haben, über alles liebe (obwohl sie nicht blutsverwandt mit mir sind und somit laut ihrer Meinung Fremde sind!)
Tja,so verschieden ist die Welt... und das Herz, das ja angeblich so warmherzig ist! (und die Deutschen sind ja so kalt...)

1 Kommentar 5.12.12 20:56, kommentieren

01.12.2012 (17): Die Hochzeit

WOW! Was für ein Tag, bezaubernd. Um 09:00 Uhr war ich startklar, immerhin sollte ich um 09:00 Uhr abgeholt werden. Dass die guatemaltekische Zeit anders ist, als die deutsche (selbst am Hochzeitstag)... damit habe ich sogar ich so meine Schwierigkeiten.
Um 10:15 Uhr wurde ich dann abgeholt, dachte schon, ich wurde vergessen und alle waren total relaxed! Beim Friseur angekommen habe ich meine Wunschfrisur vorgezeigt und im Handumdrehen waren meine Haare eingedreht, gestylt und die Frisur war perfekt! Dann wurden wir in den Kosmetiksalon gefahren, wo Natalia und Diana gestylt und geschminkt wurden. Da wir dort noch hätten 3 Stunden warten müsen, entschlossen wir, Virginia und ich, mit dem Taxi in eine nahe gelegene Mall zu fahren. Virginia hat dort noch ein Brautgeschenk von der Liste gekauft und im Anschluss sind wir in das Appartement gefahren, wo wir uns dann umgezogen haben. Alles immer auf den letzten Drücker, die Trauung sollte um 18:00 Uhr beginnen und um 16:30 Uhr hatte die Braut noch nichtmal ihr Kleid an und wir bestellten aufgrund knurrenden Magens noch bei McDonalds. Herrlich!!!
Um 17:50 Uhr waren wir noch auf der Autobahn und sollten noch Geld abheben. Diana ganz gechillt "ohne die Brautmutter fangen die schon nicht an..." Hm, wo sie recht hat...
Um 18:10 Uhr kamen wir also an und zu meinem Erstaunen waren wir fast die ersten Gäste. Echt krass!!! Um 18:30 Uhr dann ungefähr begann die Trauung. Es war eine wunderschöne Trauung, alles sehr schön dekoriert und natürlich, so wie Natalia und Fernando auch sind. Es war eine evangelische Trauung. Es gab 12 Damas und 12 Caballeros. Die Damas saßen auf der Seite, wo die Brautfamilie saß, die Caballeros in den ersten beiden Reihen der Bräutigam-Familie. Die Damas sind alle in einem grünem Kleid gewesen, jedes unterscheidlich, aber alle in den gleichen Farben. Ähnlich wie bei uns die Brautjungfern.
Als die Braut eintraf und von ihrem Vater zu Fernando gebracht wurde, war er sehr stolz und hat gestrahlt wie ein Honigkuchenpferdchen. Achja, heiraten muss echt schön sein!!!
Die Trauung ging ca. 1 Stunde, es wurde Brot geteilt, Wasser oder Wein und die Ringe wurden übergeben. Die Reden waren sehr rührend und als Nati Fernando gefragt hat, ob er sie heiraten will, hat man den Kloss und die Aufregung in ihrer Stimme gehört. Sie hat fast geweint. Ach, das war so süß!!!
Nach der Zeremonie gingen wir dann in das vorbereitete Zelt, wo für 300 Gäste die Tische eingedeckt waren.
Es gab den Hochzeitswalzer und sofort im Anschluss wurde die Tanzfläche gestürmt.
Ich wollte nicht tanzen (weil ich ja auch nie einen Kurs gemacht habe und es gar nicht kann), aber da kam ich nicht drumrum. Schwupps wurde ich auf die Tanzfläche gezogen. Nach ein paar Liedern war ich echt stolz auf mich, dass ich niemandem auf die Füsse getrampelt bin.
Später tanzte ich mit einem Freund von Fernando, Alejandro, 32 Jahre alt, sah ganz gut aus, war auch sehr nett und hat eine Avocado-Farm in Guatemala. Wir unterhielten uns, tanzten und lachten viel miteinander. Dann bin ich zwischendurch zu meinem Familientisch gegangen und alle fragten, wo ich denn war. Ich habe scherzhaft gesagt, dass ich einen Freund habe und mit ihm getanzt habe. Klar waren alle neugierig und wollten ihn sehen. Also fragte ich ihn, ob er Lust hat, meine Oma (die ja auch die Oma der Braut ist) kennenzulernen. Er war sofort einverstanden und stellte sich höflich vor. Dann gingen wir wieder tanzen. Später gingen wir wieder gemeinsam zum Tisch, er mit Zigarette. Das gefiel Oma gar nicht und sie sagte ihm, er solle sofort die Zigarette ausmachen und sie mag ihn nicht, weil er raucht. Er sagte nichts, warf die Zigarette weg und zog mich wieder auf die Tanzfläche. Später entschuldigte ich mich dafür, weil mir das peinlich war, aber er meinte, es sei schon ok.
Im Auto auf dem Rückweg wurde dann natürlich in meinem Beisein über ihn gelästert "no me gusta". Ich hab dazu nichts gesagt, nur dass ich einen schönen Abend hatte, mich gut mit ihm verstanden habe und viel getanzt habe. Innerlich war ich wütend. Was ich mache, es ist verkehrt. Die anderen haben zig Fotos gemacht, aber davon bin ich mittlerweile auch mehr als genervt.
Bei Bruni angekommen, wo wir übernachteten, weil der Rückweg nach San Jose Pinula zu weit war, schlief ich mit Amparo in einem Zimmer. Ich ging ins Bad, während sie schon im Bett lag. Da sie immer mit TV einschläft, fragte ich sie, ob sie ausnahmsweise ohne Tv einschlafen könnte, weil ich sonst nicht schlafen könnte. "Nur für dich, aber dann musst du das nächste Mal auch was für mich tun". Ich kam mir vor, wie der letzte Arsch. Ich bin hier der Goldesel, der alles und jeden Sch... bezahlt (Tank, Einkäufe, Restaurants, Flug etc.) und dann muss ich mir sowas anhören... nagut.
Als ich aus dem Bad kam, schlief sie bereits (ohne mir zuvor gute Nacht gesagt zu haben. Ich betone das, weil sie darauf ja so grossen Wert legt und es mir einmal zum Vorwurf gemacht hatte, da ich auf meinem Bett eingeschlafen bin, ohne mich ins Schlummerland zu verabschieden...)

5.12.12 05:17, kommentieren