Letztes Feedback

Meta





 

02.12.2012 (18): Der Tag danach

Bruni ist die Frau des Bruders von Lucy, die wiederum die Cousine meiner Oma ist. Da alle in dem Alter um die 70 sind, war ausschlafen natürlich nicht angebracht, um 07:00 Uhr bin ich aufgestanden (habe auch nur schlecht geschlafen, da Amparo schnarcht wie ein Säbeltier) und habe mich geduscht und fertig gemacht. Nach einem "wie lustig das gestern war und habt ihr mitbekommen, dass ... das und das gemacht hat?" fuhren wir um 12:00 Uhr in ein Diner, um dort zu frühstücken. Danach haben wir noch eine Stadtrundfahrt durch das Viertel gemacht, jedoch nur um die Blumen der Nachbarn zu bestaunen oder die neu gebauten Häuser. Da ich sehr müde war, hatte ich keine Lust ich auf die Sprache zu konzentrieren und habe nur gelächelt und aus dem Fenster geguckt ;-)
Um 14:00 Uhr hat die Familie von Fernando zum Essen eingeladen. Pünktlich um 14:45 Uhr waren wir dann dort. Keineswegs zu spät.
Die Familie von Fernando ist echt nett, sehr freundlich und warmherzig (und auch wenn ich nicht das gleiche Blut habe, wie ihr Sohn, hat die Mutter mich in den Arm genommen und gesagt, ich bin jederzeit willkommen in dem Haus und dass wir nun auch eine Familie sind). Ich fand das total nett und auch die Schwester von Fer hat sowas in der Richtung gesagt.
Dann kam ein Freund von Fernando und meinte "Ach, du bist die Deutsche, die perfekt spanisch spricht, richtig?" Da Ginie und ich die einzigen aus Deutschland waren und Ginie nur ein paar Wörter spanisch spricht, habe ich gelacht und gesagt, dass das sehr nett von ihm ist, aber er sicher nicht mich meint. Nach einer kurzen Unterhaltung stand fest, er meinte wirklich mich. Naja, vielleicht ist die Sprachhemmung nach ein paar alkoholischen Getränken doch nicht mehr so ganz da gewesen, mag sein :-)
Spontan beschloss Amparo, dann erneut bei Bruni zu übernachten, da es schon dunkel war und sie den Weg nicht im dunkeln fahren wollte. Das ich nur Sachen für eine Übernachtung eingepackt hatte, störte nicht "dann trägst du die Unterwäsche halt zweimal". Achso, ja gut. Warum auch nicht?!
Kaum kamen wir zur Tür rein, stand Ana-Lucia an der Tür, das ist die Tochter von Bruni und dem Mann von Lucy, sie fragte, ob Lucy und ich Lust hätten, mit in die Kirche zu gehen. Klar! Also gingen wir in eine katholische Kirche und beteten dort. Vater unser auf spanisch, auch nicht schlecht.
Die Kirche war wunderschön. Nach der Kirche ging ich mit zu Ana-Lucia und sie zeigte mir ihr Haus, vollgestopft mit Engeln und heiligen Figuren, Kitsch und bunten Bildern. Sie ist sehr gläubig und geht jeden Tag in die Kirche. Von ihr und ihrer Tochter habe ich dann ein Armband aus Perlen bekommen, worüber ich mich total gefreut habe.
Zuhause fragte mich Bruni dann, wie ich geschlafen habe. Als ich sagte, dass ich sehr müde sei, weil Amparo geschnarcht hat und ich immer wieder aufgewacht bin, meinte Amparo nur "Ist nicht mein Problem, warum geht sie nicht in ein anderes Zimmer?" Äh, sorry, weil ich in einem fremden Haus bin.
Dann hat sie sich lustig gemacht über mich und meinte, dass ich es eh nicht verstehe. Als ich ihr dann widersprach und sagte, dass ich das sehr wohl verstehe, hat sie gesagt, ich soll ruhig sein, weil sie nicht mit mir geredet hat. Krasse Situation, aber ich blieb ruhig und schüttelte nur lächelnd den Kopf.
Ich will hier unbedingt weg und fühle mich so unwohl. Jeder fragt mich, wie es mir geht und keiner erfährt die Wahrheit... :-(
Zum Schlafen habe ich nur gute Nacht gesagt, alle verabschiedet, alle geküsst, nur Amparo nicht. Ich finde das unehrlich und will das nicht. Ich merke, dass ich eine Last für sie bin und alles falsch mache, nur weil ich nicht positiv über ihren Sohn (meinen Erzeuger) denke und ihr das auch so gesagt habe, weil ich meine Tante und meinen Patenonkel, die seit meiner Geburt immer für mich da waren, meine Mutter unterstützt haben und mir somit viel ermöglicht haben, über alles liebe (obwohl sie nicht blutsverwandt mit mir sind und somit laut ihrer Meinung Fremde sind!)
Tja,so verschieden ist die Welt... und das Herz, das ja angeblich so warmherzig ist! (und die Deutschen sind ja so kalt...)

5.12.12 20:56

Werbung


bisher 1 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Tante Rike (6.12.12 14:05)
Gottes Segen für Alle.
Ich fragte meine Oma mal ob sie nicht auch mal einen schlechten Tag hat und warum sie so großzügig ist und ALLE zu ihr kommen können, auch die Freunde der Enkelkinder, geschiedene Schwiegertöchter und Stiefkinder also Fremde, ob es ihr nicht auch mal zuviel ist wirklich immer Besuch zu haben und Kartoffelpuffer zu braten und für alle immer Socken zu stricken, selbst die Puppen der Mädels bekamen Strickkleider und Mützen. Ihre Antwort war : Meine Söhne waren im Krieg weit weg von mir , ich wußte nicht wo sie sind und ob sie noch leben und ich habe immer dafür gebetet wenn sie Hunger oder Durst haben oder ihnen kalt ist , dass es dann jemanden gibt der die Tür öffnet ihnen zu Essen und zu trinken gibt und ein warmes Bett abgeboten wird. Ja und deshalb hat sie das auch für alle die in ihr Haus kommen getan , egal welches Blut in ihren Adern floss. Ich glaube irgendwie so ähnlich steht es auch in der Bibel.
Deshalb nochmal Gottes Segen für alle, insbesondere für Amparo.

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)


 Smileys einfügen